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Einen Schwangerschaftsabbruch verarbeiten

Schwangerschaftsabbruch ist auch in Deutschland weiterhin ein Tabu-Thema. Kaum eine Frau wagt darüber offen zu sprechen, obwohl viele davon betroffen sind. Manche können sehr gut damit umgehen, weil z.B. beide Partner es ganz klar wollten. Manchen Frauen geht es danach sehr schlecht, weil sie z.B. nicht abtreiben wollten, aber der Partner darauf bestanden hat und sie keinen anderen Ausweg gefunden haben. Dann kann es passieren, daß diese Frauen “zumachen”, weil sie sonst den großen Schmerz nicht aushalten würden. Doch das “zumachen” hilft nicht den Schmerz tief im Herzen und im Unterleib zu lösen, im Gegenteil, es hält ihn fest und macht ihn groß.

Unterdrückte oder verdrängte Gefühle können irgendwann krank machen und zu psychosomatischen Beschwerden, Depressionen oder Angstzuständen führen. Deshalb ist es so wichtig, solch einen Schmerz nicht beiseite zu schieben, sondern ihn zügig zu bearbeiten, damit er gehen kann.

Ich hatte neulich solch einen Fall in meiner Praxis. Eine Frau war bei mir, die gerade vor ein Paar Wochen einen Abbruch hatte. Ihr Mann wollte das Kind nicht, sie schon. Sie fand keine Lösung und ließ es “weg machen”. Sie war unendlich traurig und fühlte sich sehr schuldig und sie spürte, daß sie die Gefühle wegdrücken wollte, weil sie sie sonst nicht ausgehalten hätte. Doch sie wollte es nicht soweit kommen lassen und wandte sich an mich.

Ich arbeitete mir ihr wie folgt:
- mit der Traumatherapie Wingwave haben wir zuerst die Situationen bearbeitet, die emotional sehr geladen waren und die direkt mit dem Abbruch zu tun hatten. Wir folgten dabei entweder den Assoziationen ihres Gehirns oder der chronologischen Abfolge der Erlebnisse vom Abbruch. Jedes mal kam ein neues Gefühl, welches wir dann bewinkt haben (Wingwave) und transformierten.

- als alle diese Situationen emotional nicht mehr beladen waren, sondern neutral erschienen, habe ich sie darum gebeten, sich ein Bild von diesem kleinen Baby innerlich vorzustellen, ihm einen Namen zu geben und es anzuschauen. Ich bat sie darum, “Kontakt” mit ihm aufzunehmen und einen inneren Dialog mit der kleinen Seele zu führen und zu sehen, wie diese auf ihre Wörter reagierte. So konnte sie ihre Schuldgefühle laut gestehen und die Vergebung von der kleinen Seele spüren. Meistens bekommt sie von der kleinen Seele sehr weise Erkenntnisse. Das ist immer sehr berührend, diese zu hören.

- nachdem die beiden sich – in der Vorstellung – gegenseitig alles gesagt haben, was gesagt werden mußte, alles gefühlt haben, was gefühlt werden mußte und alles getan haben, was getan werden mußte, leite ich einen Abschied ein. Wenn der Abschied noch nicht geht, dann heißt es, dass noch Gefühle da sind, die gefühlt werden müssen. Auch diese transformierten wir mit Wingwave, bis der Abschied möglich war und die Verbindung zu dieser kleinen Seele einen Platz bei der Mutter gefunden hat.

- Dann bat ich die Klientin, ihre Aufmerksamkeit auf ihrem Unterleib zu richten und ihn anzuschauen, als könnte sie schauen und fühlen, wie es dem Unterleib geht…  Ich finde diesen Schritt ganz wichtig, damit der Platz für das nächste Kind frei ist, welches eventuell später geboren werden soll. Oft spürt dann die Klientin, daß es sich wieder “gut anfühlt und anfängt zu heilen”…

- Um zu prüfen, ob alles bearbeitet war, bat ich sie, sich an eine Situation zu erinnern, in der sie nach dem Abbruch ein Baby gesehen hat (meistens ist nach dem Abbruch der Anblick eines Babys, von hochschwangeren Frauen sowie Babygeschrei unerträglich). Wenn sie diesmal das Bab oder, eine hochschwangere Frau problemlos anschauen  und Babygeschrei aushalten kann, zeigt es, dass die Verarbeitung gut gewirkt hat. Dabei kann ich mit dem O-Ring-Test prüfen, ob sie wirklich dabei keinen Streß empfindet.

Die Kundin sagte mir am Ende: “Jetzt ist alles gut: ich kann sogar das Baby von der Frau in den Arm nehmen und mich für sie freuen”. Der O-Ring-Test bestätigte, daß sie dabei keinen Streß empfand. Wir waren beide zufrieden.

Oft geht es solchen Klientinen 1 bis 2 Wochen danach ziemlich viel durch den Kopf. “Es” arbeitet weiter. Das Gehirn ordnet sich neu. Manchmal kommt einen Rest Trauer oder andere Gefühle nach, aber sie dürfen abfliessen … und bald empfindet die Klientin für sich mehr Klahrheit.

2 Kommentare »»

  1. Corinna – #

    Hallo ich Bin Corinna 26 , habe mit 19 abgetrieben und es bis heute nicht verarbeiten können

    Kommentar vom 08. September 2010 – 10:55

  2. valeo – #

    Hallo Corinna, es tut mir sehr leid, daß Sie noch sehr darunter leiden und es gibt viele Frauen, die jahrelang damit zu kämpfen haben. Bleiben Sie nicht allein damit. Suchen Sie sich Leute/Institutionen/Therapeut in Ihre Nähe, mit denen Sie sich darüber austauschen können. Schon das kann manchmal sehr gut tun…Wenn Sie nahe Berlin wohnen, bin ich gern für Sie da.
    liebe Grüße von Pascale Chartrain

    Kommentar vom 08. September 2010 – 12:57

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